Philosophie

Mein Anliegen ist es, unsere Sehgewohnheiten zu verändern: achtlos gehen wir an und unter Straßenbäumen entlang, ohne sie auch nur wahrzunehmen.
Sie sind wie alte Möbelstücke, stehen an ihrem angestammten Platz, verändern sich kaum: der Stamm sieht immer gleich aus. Die Jahreszeiten bringen Veränderungen in die Krone: Knospen, Blätter, Früchte, Laub, kahles Astwerk.

Im Frühjahr freuen wir uns am Austrieb der jungen Blätter, im Herbst an ihrer Färbung. Ansonsten bleibt der Baum unscheinbar. Meine Baumkleider lenken den Blick des Vorübereilenden zum Baum, der Eilende hält inne, er nimmt den Baum in seinem Wuchs wahr.
Der Baum tritt heraus aus seiner Unsichtbarkeit, er wird wahrgenommen. Er ist da. Wir sehen ihn bewusst.

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Baumkleider sind so individuell wie es jeder Baum ist: sie können einfarbig, geringelt, gestreift, dunkel, hell, mit großen Maschen, mit kleinen Maschen, zurückhaltend getönt, grell aufleuchtend gestaltet sein.

Sie können sich in Bestehendes einfügen oder auch Kontraste bilden zu ihrer Umgebung.
Immer rufen die bekleideten Bäume Reaktionen in uns hervor, wir halten inne, werden nachdenklich.
Und wer ein Gespür dafür hat, erkennt, wie eng wir Menschen mit den Bäumen verbunden sind.
Meine Baumkleider sind von vergänglicher Schönheit. Wenn sie  nicht zerstört werden, fangen sie langsam an zu altern und auszubleichen.

Jeder Regenschauer lässt die Farben neu erstrahlen und löst den Staub aus dem Wollgewebe.
Sobald die Kleider unansehnlich werden, können sie entfernt werden und der Baum zeigt sich, als wäre er nie bekleidet gewesen.

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